Beiträge getaggt mit 'Grüne Jugend'

DRM: Stellungnahme zu online Inhalten im EU-Binnenmarkt

Im Namen des Fachforums Kultur und Medien der Grünen Jugend habe ich am Freitag bei der EU-Kommission eine Stellungnahme (PDF) zu einer Konsultation über DRM-Systeme eingereicht.

Julia hat dieses Papier bereits gebloggt - es würde mich sehr freuen, wenn es jemand mal liest und kommentiert!

Habs schon so allein geschrieben, niemand hatte beim Schreiben eine Meinung dazu abgegeben und ich tu das auch noch im Namen anderer Menschen … ich will doch kein Politiker werden.

Dank an Mr.moon, welcher auf der entsprechenden Wikiseite (jaja, ein transparenter Entwicklungsprozess!) ein paar sprachliche Fehler korrigierte :)

Popkomm: Kopierschutz entmündigt!

Nachdem heute Sony/BMG zusammen mit Musicload (T-Online) bekannt gab, ihre Musikshops im Netz fusionieren zu lassen, veranstalteten wir diese Aktion am Stand von Sony/BMG, mit der wir schon auf der IFA im vergangenen Jahr die KundInnen der Musikindustrie warnten.

Popkomm Aktion 2007 - Kopierschutz entmündigt!

Weitere Fotos gibt es - honorarfrei bei Quellangabe “CCC” abdruckbar - im Beitrag hierzu auf netzpolitik.org.

IFA: Big Schäuble is watching you!

Wie letztes Jahr kam die Idee auch dieses Mal erst zu Beginn der Funkausstellung wieder auf, ohne das wir uns vorher weiter gekümmert hätten: Es ist IFA und keine Aktion is vorbereitet. Das war letzten Freitag. Nach einer Nacht Banner-Malen war es dann heute auch nach vielem Hin und Her mit einer deutlichen Verzögerung so weiter: Das Banner wurde gehisst. Dann doch am Stand der Deutschen Telekom.

Das Banner als PDF zum Ausdrucken, Rumdrucken usw. Ich nehme an der Schöpfung keinerlei Rechte wahr, freue mich aber immer über Ruhm und Ehre.

Banner auf dem T-Com Stand (IFA 2007, Berlin): Big Schäuble is watching you

Auf der Seite zur Aktion Wiki des AK Vorratsdatenspeicherung finden sich weitere Fotos. Obiges und die dort eingestellten dürfen unter Quellangabe “CCC” oder “AK VDS” lizenzfrei auch für kommerzielle Nutzung verwendet werden.

Eigentlich wollten wir an einen Stand, auf dem man gleich die staatliche Seite adressiert. Allerdings war außer Bundeswehr und Arbeitsagentur niemand da. Wenigstens ein Portal wie deutschland.de wäre nicht zu viel verlangt gewesen. Da der Funkturm als eher riskant hinsichtlich von Gesundheit und Erfolgschancen einzuschätzen ist, entschlossen sich die Aktivisten dann doch die Telekom zu nehmen.

Nach einem kleinem klärenden Gespräch kurz vor der Aktion, um die Sicherheit aller (Un-)Beteiligten sicherzustellen fand die Aktion letztlich nach einem kleinen gescheiterten Plan Klein-a mit dem viel Besseren Plan B statt. Die Ansage von drei - vier Minuten brachte die Leute zum Stehen bleiben. Als uns die leicht desorientiert Security teils leicht rabiat pakte gab es vereinzelten Applaus. Natürlich wiesen wir als aller erstes darauf hin, dass wir die Telekom als politisch ähnlich Betroffene betrachten, wie den gemeinen Mitmenschen. Sie muss das ja schließlich alles bezahlen und eine große Verantwortung über die Datensicherheit übernehmen.

Die Gespräche mit dem Pressesprecher der Telekom sowie den Securities der IFA respektive des outgesourcten Sicherheitsdienstes direkt im Anschluss verliefen weitgehend entspannt. Natürlich hatte einer der drei schon ein Stasi 2.0 T-Shirt zuhause.

Hier ein erster Bericht von einem der Aktivisten:

Während der Internationalen Funkausstellung Berlin wurde am 4. September 2007 gegen 15:30 Uhr von Aktivisten des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und dem Chaos Computer Club ein spontanes Go-in über dem Stand der Telekom durchgeführt. Die Aktion erregte bereits im Vorfeld unbeabsichtigterweise Aufmerksamkeit, wurde jedoch nach einem Dialog zunächst vom Standbetreiber geduldet. Da der Versuch ein Transparent mit dem Slogan “Nie wieder Überwachungsstaat” in mitten der Veranstaltungshalle aufzuhängen, zeitgleich mit einer Bühnenshow erfolgte, wurde es jedoch bevor es vollständig gehisst werden konnte von einem Telekom-Mitarbeiter entwendet. Weitere Aktivisten fanden Zugang zur Empore und konnten ein Transparent mit der Aufschrift “Big Schäuble is watching You” und dem Konterfei von Wolfgang Schäuble, sowie einen Aufruf zur Demonstration gegen die zunehmende Überwachung durch Staat und Wirtschaft am 22. September in Berlin entrollen und mittels Megaphon einen kurzen Redebeitrag halten, bis sie nach etwa 5 Minuten von dem Sicherheitspersonal des Platzes verwiesen wurden.

Wenn jemand eine gute Idee hat, wo man das Banner inklusive Demo-Aufruf innerhalb Berlins in nächster Zeit hinhängen kann (soll ne kleiner Wanderausstellung werden), so melde er oder sie doch bitte bei mir (wetterfrosch ätt gruene-jugend.de). Der Fokus liegt auf legalen Häuserwänden in den Kiezen und Mitte.

Motiv: Meine Daten gehören mir!

Die Grüne Jugend widmet sicher derzeit verstärkt BürgerInnenrechten und wird noch einiges an Material produzieren, sich aber erstmal kräftig an der Demonstration Freiheit statt Angst am 22. September in Berlin (14.30h, Brandenburger Tor) beteiligen.

Auf dem Weg dahin habe ich die Ehre gehabt ihren Schlachtruf “Meine Daten gehören mir!“, welcher an die Abtreibungsdiskussion in den 80er Jahren angelehnt ist, visuell in Form dieses Motives umzusetzen:

Meine Daten gehoeren mir!

Das Foto der schwangeren Frau stammt von Stockxchange, die Barcodes aus den obersten Google-Hits und als Schriftart verwendete ich die Parole, welche wohl eine leichte Modifikation der ISO Schablonenschrift ist und von einigen Schriftendealern des Fontshops mit ein paar Politiker-Siluetten angereichert wurde.

Politik und Kunst: Monogamie ist keine Lösung!

Mit diesem Slogan bewarb die Grüne Jugend provokativ und frech ihr Papier zu Geschlechterpolitik “Von der Rolle - wir brechen(s) auf!” (Nov. 2004), in dem sie die absolute Gleichstellung von homosexuellen sowie multi-partner Ehen vor dem Recht mit der traditionellen Ehe fordert. Also wahlweise eine sehr radikale Erweiterung des Ehebegriffs oder eine Auflösung dessen im rechtlichen Sinne.

Monogamie ist keine Lösung

So findet sich in dem Papier im Abschnitt “Lebenspartnerschaften” diese Passage:

Statt der Ehe als staatlich bevorzugte “ideale Lebensform” und der mit weniger Rechten und Begünstigungen ausgestatteten “Homo-Ehe” fordern wir eine absolute Gleichstellung aller Lebensgemeinschaftsformen unter dem Überbegriff “Lebensgemeinschaften”. Ob sie nun hetero- oder homosexuell sind, ob sie zwei oder mehr Menschen umfasst, darf nicht von Bedeutung sein.

Natürlich soll der Spruch polarisieren, Aufmerksamkeit erregen - ebenso selbstverständlich wie die Tatsache, dass Monogamie auch eine Lösung von verschiedenen sein kann. Gemeint ist letztlich die Akzeptanz von unüblichen, ja gradezu innovativen Formen des Zusammenlebens von Menschen, die untereinander Solidarität üben. Im Chaos Computer Club sprechen wir auch nicht umsonst von der “Chaos-Familie”.

Julia Seeliger von der Grünen Jugend hat das Papier mitgeschrieben und die Forderung war die erste Probe, auf die sie nicht nur Boulevard-Zeiten stellten, direkt nachdem sie in den Parteirat der Grünen gewählt wurde. Bestanden, wie ich finde. Auf jeden Fall wollten wir beide schon länger den Spruch mit einem passendem Motiv versehen und haben zahlreiche Ideen gesammelt, verworfen und nen Wettbewerb in ihrem Blog veranstaltet, bis uns irgendwann zwischen Balkon, Kaffee und Küche ein Geistesblitz kam. Und zehn Minuten später hatten wir Folgendes grob zusammengezimmert:

Das kann man natürlich in biologisch und fair gehandelt bei Spreadshirt für ca. 23 Euro bestellen, von dem ein Euro an einen guten Zweck gehen wird. Wahrscheinlich an Fuck for the Forest, die privat gedrehte Pornographie einsammeln und gegen Geld zugänglich machen, welches sie dann zum sehr großen Teil an Projekte für die Sicherung des Regenwaldes spenden. Es is wohl bisweilen schwierig erstmal eine NGO in dem Bereich zu finden, die erstmal keine moralischen Bedenken äussert.

Microsoft im Parlament: Pinguine mit dabei

Als dann auch die dritte Person feststellte, dass alle unabhänging voneinander auf dieselbe Idee gekommen sind, war der Plan klar: Die Stadt Berlin möchte eigentliche auf politisch vertretbarere, günstigere und sicherere Software umsteigen. Die Firma Microsoft kündigte einen seltenen Stunt an und mietete für knappe 10 000 Euro den repräsentativesten Raum des Berliner Abgeordnetenhauses und lud die ParlamentariererInnen nach dem Plenum zu Schnittchen und Powerpoint. Wir luden uns selbst dazu mit ein.

pinguinevormabgeordnetenhausdruck_klein1.jpg

Wir hatten da noch einige frisch gebastelte Pinguin-Kostüme im Keller der Grünen Jugend für den bevorstehenden Wahlkampf. Drei davon und ein nettes Banner sorgten schon am Nachmittag für ein nettes Foto. Es dauerte keine 30 Sekunden und der Funkgerät bedienende, freundliche Berliner Polizeibeamte wusste seinen Funkspruch über die Kunstaktion noch garnicht zuende zu sprechen, ehe wir uns verabschiedeten.

Danach veröffentlichte die Grüne Jugend gleich noch die passende Pressemitteilung, auf netzpolitik.org wiedergeben. Und am Abend gings dann lustig weiter mit Pinguinen zwischen schlipsigen Pinguinen, einem Alt+F4 Banner sowie Monokultur-Fähnchen im Microsoft-Look für das Dessert:


Die Fotos gibts auch als JPEG inklusive der Slides von Microsoft. Stefan Krempl hat in seinem Fotoblog “Am Ende des Tages auch Fotos von der Aktion” weitere Bilder eingestellt.

Sehr schön war auch der Kommentar dazu von Matthias Lohre in der taz, hier ein Auszug:

“Die Grünen tun ja fast so, als seien die Abgeordneten kleine unmündige Kinder”, blaffte Momper. Die Oppositionspartei hatte kritisiert, aus der Volksvertretung könne ein “Lobbyistentreff mit angeschlossenem Parlamentsbetrieb” werden. Und dass die Senatsinnenverwaltung gleichzeitig prüft, ob sich ein Umstieg von Microsoft-Software auf lizenzfreie Produkte lohnt? Microsoft-Manager Wolfgang Branoner breitete die Arme aus: “Ich habe nicht gesagt: Koofen Sie uns”, rief er in den Saal. “Sie werden die Leistung vergleichen. Und hey! - das ist doch vollkommen legitim.” Branoner war mal CDU-Wirtschaftssenator. Alles ganz normal.

Weitere Primärquellen:

  • netzpolitik.org: Microsoft im Parlament - Aktionsbericht, erste Pressemeldungen.
  • netzpolitik.org: Microsoft in parliament - Action report, first press-review (english)
  • netzpolitik.org: Medienberichterstattung zur “Fenster zu, es zieht”-Aktion

  • Guten Tag!

    Hier ist das Blog vom Wetterfrosch am Entstehen. Gerade fängt er an in Hamburg Flosse zu fassen und rekunstruiert hier seine jüngste Vergangenheit. Viel Spaß!