Getränkepfand: Mehr Müll ist besser für Deine Umwelt!

Das Getränke-Pfand auf Flaschen und Dosen gibt es ja, damit ich mich kümmere meinen Müll nicht in der Gegend stehen zu lassen. Ich soll meine Umwelt schützen. Als Stadtkind ist meine Umwelt leider auch geprägt durch viele Menschen, denen es deutlicher schlechter geht als mir.

Wie viele andere lasse auch ich mein Pfand, spätestens so seit diesem Frühjahr, einfach am Gehwegsrand stehen. Mit so etwas wie einem Guten Gewissen.

Die Bequemlichkeit keinen Müllbehälter zu finden wäge ich moralisch auf mit dem „guten Gefühl“ auf, dass ich dem nächsten Flaschensammler (ja, die stecken sich hier schon ihre Reviere ab) in seiner Not entgegen komme!

Ich scheine wohl zu meinen, dass es besser ist, wenn sich wer anderes nochmals bückt und das Ding mit eigener Kraft mit sich rumschleppt, um acht Cent damit zu verdienen.

Das tue ich aber definitiv nicht. Diese Flaschenpfand- und Flaschensammler-Nummer ist nun leider einfach mal ein Beispiel par excellance, warum sich die Re-gierigen meist nicht mehr ernst nehmen lassen: Man will sich um Probleme kümmern, die fern ab der viel dringlicheren Lebenswirklichkeit einer breiten Maße steht – und absurderweise den Bürgern ungewollt ein Instrument geben, selbst Robin Hood zu spielen. Zumindest für acht Cent.

Aus der linken Ecke gibts schon Aufkleber mit Piktogrammen, die an öffentlichen Mülleimern zeigen, wohin man seine Flasche zu stellen hat und wohin nicht. In den 90ern trank man Bier für den Regenwald, heute jedes Getränk praktisch für die Sozialschwachen im selben Häuserblock.

Nie zuvor gab es hier so viele EmpfängerInnen von Sozialhilfen des Staates, wie heute. Acht Millionen. Nie zuvor scheinen oberflächlich moralisch ausschauende Debatten wie etwa um Rauch-, Grill- und Hundeverbote oder das Flaschenpfand so sehr von wesentlichen Sachen abzulenken.

Aber Warum?

Warum kümmern wir uns lieber um die Sicherstellung der Reinlichkeit in den Stadtparks durch Flaschenpfand-Systeme anstatt ein paar Hartz-4 Empfänger mehr bei der Stadtreinigung einzustellen, um die Parks sauberer zu halten?

Ich hab nichts gegen Pfand, solang man sich in erster Linie ums Soziale kümmert. Vernachlässigt man das Soziale aber so sehr, dass die Lösung für Wohlstandsmüll-Probleme zu Lösungen für Soziale Probleme werden, dann riechts hier echt nach Lulu.

Völker, hört Ihr sie nicht?

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Hier ist das Blog vom Wetterfrosch am Entstehen. Gerade fängt er an in Hamburg Flosse zu fassen und rekunstruiert hier seine jüngste Vergangenheit. Viel Spaß!

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