Boykott: Tacheles reden und in den Blogführerstreik!

Liebe Bloggerinnen und Blogger!
Wer dem BlogführerInnenstreik beiwohnen will, braucht einfach sein Dashboard zu boykottieren bis sich die Jungs geeinigt haben und vielleicht vorher dieses Statement in angepasster Form einstellen oder zitieren.
Kennzeichnet diesen Text bitte als solchen, mit „Derivat von (CC BY-SA) BlogführerInnen-Streik, einmachglas.info“. Bitte haltet auch die Satire-Tags ein!
Ich wünsche uns eine möglichst erholsame Pause!

BlogführerInnen-Streik: Tacheles bloggen!

Ja, natürlich ist es scheiße, morgens länger auf den überfüllten Zug zu warten, ohne wissen ob und wenn er kommt. Ja, natürlich ist scheiße, wenn Ärzte nicht pünktlich zu Arbeit kommen und darum vielleicht sogar Menschen sterben.
Ja, aber natürlich ist es auch scheiße, wenn man ungerecht bezahlt wird!

Aber was ist in unserer Welt schon gerecht? Leichteste Antwort: So ziemlich nichts.

Satirisch: Da brauchen die LokführerInnen jetzt aber nicht aus der Reihe scheren!
Doch, das müssen sie! Unbedingt.

Danke Mädels und Jungs!
Die Unprofessionalität und das Chaos Eurer Ansagen machen Euch nur authentischer!

Denn: Auf ihren Schultern lastet anscheinend jede Menge Verantwortung!
Wenn schon gar Menschenleben befürchtet werden (sinngemäßes Zitat einer erbosten Pendlerin im heute journal) – warum sind wir so Gott verdammt auf Eure soziale Lage angewiesen?

Die Lösung heißt auf dem ersten Blick „Mehr Geld!“ – aber nicht „Mehr Backup!„.

Ärzte und Anwälte werden – scheinbar nicht immer ganz zu unrecht – förmlich mit Geld überschüttet. Die anderen Schultern auf denen Kritische Infrastruktur lastet aber leider deutlich weniger: LokführerInnen, BriefträgerInnen und Putzmenschen sind einfach auf Grund der geringen Qualifaktions-Ansprüche einfach austauschbarer und müssen sich in „wirtschaftlichen Krisen“ dem Markt – zu Bedauern aller – leider als erstes beugen.

Satire: Sind ja eh genug arbeitslos! Kann doch jeder mal ran! Mit solchen Unternehmen kann ein primär profitorientiertse Unternehmen ja auch kostengünstiger umgehen – wie man es nunmal selber lustig ist. „Dann komm da auch keinen luschen Milchbubis daher!“, „Die finden schon was anderes!“

Eben nicht! Der Forstschritt und die Qualifikationenanforderungen ändern sich immer schneller und sie haben in diese Beschäftigungsverhältnissen allein zeitlich weniger die Chance sich weiter zu schulen! Excel-Kurse für Hartz4-Empfänger helfen da nicht viel.

Aber warum gibt es kein Backup für diese Kritischen Infrastrukturen, auf die wir so angwiesen?

Das immer mehr privatwirtschaftlich orientierte Unternehmen „Deutsche Bahn AG“ macht es ja ganz gut. So spontan wie die GDL Streiks ankündigt, schaffen sie es gut anderes Personal zu engagieren – ok, inkl. Hausverbot gegenüber GDL-Mitgliedern. (So ein Konzern denkt interessanterweise selbst auch in 5-Jahresplänen. Nur mit weniger Politik.)

Wenn mir am Bahnhof allerdings das in der Gewerkschaft Transnet organisierte Bodenpersonal sagt, sie können die Forderungen der KollegInnen gut verstehen, bin selbst ich sprachlos. (Egozentrischer Blogger sind das selten.)

Warum gibt es keine Backup-Systeme – also redundant laufende Anlagen – für die kritischen Netze wie Strom, Gas, Wasser, Zug, Post, Speditionswesen?

Darf ein Notarzt mit dem Taxi zur Arbeit kommen, wenn gestreikt wird? Wer zahlt die Rechnung?
Gibt es Fahrgemeinschaften und Telefonketten für solche Leute, wenn mal wirklich sowas wie Katastrophe ausbricht?

Soll sowas der Markt leisten? Never ever.

Was machen wir denn, wenn in ganz Norddeutschland für einige Zeit der ganze Strom ausfällt? Und gar keine einzige Bahn mehr fahren kann?
Na über Vattenfall, RWE und Co. meckern!

Satire: Warum nicht die alten Dampf-Lokomotiven rausholen? Kohlekraftwerke sind ja genug in Planung. Spaß bei Seite! Frisch privatisiert, aber trotzdem so schlechte Netze, unmöglich is das!

Oder warum läuft heute von jedem einzelnem Postunternehmen ein separater Briefträger mit nem halb-vollem Sack rumlaufen und verdeutlich weniger Geld? Nicht, weil der leichter geworden ist …

Mein Bio-Lehrer sagte schon: „Alles strebt zur Faulheit!“

Die Erfahrung Faulheit und Redundanz zu beherrschen, traue ich dem Staat eher zu als, einer „Eisernen Hand der Marktwirtschaft“, welche auf mich derzeit ziemlich tatterig wirkt.

Wie wäre es, wenn wir einfach immer ein staatliches und ein privatwirtschaftliches Netz aufbauen und sich die beiden Welten mal nen Kräftemessen par Excellence leisten würden?

Dumpinglöhne wären da sicher das geringere Problem.

Ich werde jetzt erstmal in den BlogführerInnen-Streik treten und aufhören zu Bloggen bis sich Bahn, GDL und Saat geeinigt haben. Bei meiner derzeit liebsten Umweltschutzorganisation gibts grad echt Wichtigeres zu tun, sorry :-)

Ich freue mich auf Diskussion.
Mal sehn, ob ich es selbst schaffe, mich an die selbstverordnete Pause zu halten ;-)

Noch kurz was zu mir, Matthias „wetterfrosch“ Mehldau:

Politisch: Ich betrachte ich selbst aus „ausglichen“, nicht primä als idalistisch, konservativ oder staatstreu, chaotisch, anarchistisch – auch nicht als kommunistisch, kapitalistisch oder liberal, realistisch, pragmatistisch oder reformerisch. Die meisten dieser Attribute haben – abhängig von meinem Temperament – allerdings auch jeweils ihren besonderen Charme :)

Persönlich: Ich meiner Google-Akte stehen Assoziationen zu: Chaos Computer Club, Grüne Jugend, C-Base, den Grünen, Greenpeace, Piratenpartei, Netzwerk Neue Medien und bestimmt noch einem ;)

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Guten Tag!

Hier ist das Blog vom Wetterfrosch am Entstehen. Gerade fängt er an in Hamburg Flosse zu fassen und rekunstruiert hier seine jüngste Vergangenheit. Viel Spaß!

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